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Blauasbest

Asbest ist ein Sammelbegriff für natürlich vorkommende Minerale mit einer feinen Faserstruktur. Bis zu ihrem Verbot wurden Weißasbest (Chrysotil) und Blauasbest (Krokydolith) am häufigsten verwendet. Seinen Namen trägt Blauasbest wegen der bläulichen bis violetten Farbe des Minerals. Blauasbest wurde meist für Spritzasbest verwendet und stellt im Vergleich zu Weißasbest ein besonders hohes Gesundheitsrisiko dar.

Blauasbest ist für die Lunge besonders gefährlich

Asbest galt wegen seiner Beständigkeit gegen Chemikalien, Hitze und Witterungseinflüsse als ideales Baumaterial. Allerdings enthält Asbest viele kleine, spitze Fasern, die beim Einatmen tief in das Lungengewebe eindringen. Die Lunge kann Asbestfasern nicht über die üblichen Reinigungsmechanismen (Flimmerhärchen, Makrophagen) abtransportieren. Durch den chronischen Reiz der Asbestfasern kann es viele Jahre nach der Exposition zu aggressiven Formen des Lungenkrebses kommen. Auch die Asbestose ist eine durch Asbestfasern verursachte Lungenkrankheit, bei der es zu einer krankhaften Vermehrung des Bindegewebes kommt. Die Fasern von Blauasbest sind problematischer als Fasern von Weißasbest, da sie eine verstärkte Neigung zur Längsspaltung aufweisen und dadurch besonders tief in die Lunge eindringen.

Blauasbest – auch nach dem Verbot noch ein großes Risiko

Die Verwendung von Asbestprodukten wurde in Deutschland 1993 und in der EU im Jahre 2005 verboten. Spritzasbest wurde in Westdeutschland sogar schon 1979 verboten. Trotz dieser Verbote findet sich Blauasbest vor allem als Spritzasbest noch in vielen Gebäuden. Spritzasbest wurde meist als Brandschutz in Gebäuden mit Stahlskelettbauweise verwendet. Die Asbestfasern in Spritzasbest sind nur schwach gebunden und können daher durch Luftzug, Erschütterungen und Alterungsprozesse leicht in die Raumluft gelangen.[1] Weitere Produkte und Baustoffe, die Blauasbest freisetzen können sind zum Beispiel Fußbodenbeläge, Anstriche, Klebstoffe sowie Rohre und Platten aus Asbestzement. Eine erhöhte Freisetzung von Asbestfasern droht immer bei der Bearbeitung (schleifen, bohren, sägen) und bei unsachgemäßer Sanierung. Asbest-Sanierungs- und Abbrucharbeiten dürfen in Deutschland nur von speziell zertifizierten Unternehmen durchgeführt werden, die Sachkunde nach der technischen Regel für Gefahrstoffe 519 besitzen.[2]

Wie läuft eine Analyse für Blauasbest ab?

Blauasbest kann nur in einem spezialisierten Labor sicher identifiziert werden. Für den Kunden ist der Testablauf denkbar einfach. Nach der Bestellung geht das Test-Kit per Post zu. Nun muss lediglich eine kleine Probe des verdächtigen Materials in das gelieferte Testgefäß gefüllt werden. Die Probe wird dann wieder per Post an das Labor geschickt. Hier erfolgt die Auswertung mittels Rasterelektronenmikroskop und energiedispersiver Röntgenmikroanalyse. Die energiedispersive Röntgenmikroanalyse wertet die spezifische Signatur einzelner chemischer Elemente aus und kann so Blauasbest sicher von anderen Asbestfasern unterscheiden. Das Ergebnis der Analyse wird für den Kunden verständlich aufbereitet und geht nach etwa 10 Tagen per Post zu.

 

Referenzen zu Blauasbest:
[1] Bayerisches Landesamt für Umwelt, „Asbest“
[2] Umweltbundesamt, „Asbest, Blauasbest“


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