Leitungswasser oder Mineralwasser

Leitungswasser oder Mineralwasser

Was ist besser: Leitungswasser oder Mineralwasser?

Häufig bekommen wir die Frage gestellt, welches Wasser nun eigentlich besser ist: Leitungswasser oder Mineralwasser? Medien und Behörden zeichnen hierzu ein teilweise widersprüchliches Bild. Daher gehen wir der Frage nach:  Welches Wasser ist gesünder? Kann man diese Frage überhaupt stellen? Diskutieren Sie gerne mit!

 

Leitungswasser besser als Mineralwasser

Was ist eigentlich an dem oft zitierten Satz dran: „Leitungswasser (oder Trinkwasser) ist das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland.“?

Leitungswasser oder MineralwasserIn der Tat wird Leitungswasser permanent in den öffentlichen Netzen kontrolliert. Aber auf was wird das Wasser eigentlich getestet und wie oft wirklich? Die deutsche Trinkwasserverordnung ist das zentrale Regelwerk, welches die Anforderungen an die Wasserqualität stellt. Für bestimmte Parameter gelten Grenzwerte und Untersuchungspflichten. Diese ergeben sich u.a. auch aus der Menge des eingespeisten Trinkwassers.

Praktisches Beispiel: Bei einer Anlage, die bis zu 1000 m³ Wasser pro Tag fördert, muss viermal im Jahr auf eine Reihe von  Parametern untersucht werden. Unter anderem wäre dies Aluminium, Eisen, coliforme Bakterien und die Gesamtkeimzahl. Für die Parameter Kupfer, Blei oder Nitrit gilt bei gleicher Fördermenge ein Untersuchungsrhythmus von einmal im Jahr. Je höher die Fördermenge, desto mehr Untersuchen werden im Jahr benötigt.

Schauen wir uns mal als Beispiel den zweitgrößten kommunalen Wasserversorger an - „Hamburg Wasser“. Täglich müssen teilweise bis zu 400.000 ³m Wasser gefördert werden. Bei dieser Fördermenge müssen die bereits oben genannten Parameter Aluminium, Eisen, coliforme Bakterien und Gesamtkeimzahl über tausendmal im Jahr analysiert werden. Kupfer, Blei und Nitrit dann u.a. weit über zehnmal pro Jahr. Dies heißt also, dass insgesamt mehrere Analysen des Wassers pro Tag durchgeführt werden.

In der Tat also: Ich kenne kein anderes Lebensmittel, das so häufig untersucht wird und auch so regelmäßig. Dies liegt hier natürlich am gesamten Prozess. Die Wasserqualität kann schwanken - je nach äußeren Faktoren, wie z.B. Hochwasser, sind unterschiedliche Maßnahmen zu treffen, um für den Verbraucher eine gleichbleibende Wasserqualität zu gewährleisten. Leitungswasser wird also häufiger und engmaschiger kontrolliert als Mineralwasser – gesünder oder besser muss es aber deshalb nicht sein.

Bessere Kontrollen heißt nicht, dass es gesünder ist.

Interessant ist hier der Blick auf die gesamten Mineralstoffe im Wasser. Unser Körper benötigt u.a. Calcium oder auch Magnesium. Mineralstoffe nehmen wir über die Nahrung meist ausreichend auf, aber der Tagesbedarf lässt sich auch übers Leitungswasser oder Mineralwasser decken. Ein Blick auf die Werte verrät mehr.

Ich habe drei Mineralwasser unterschiedlicher Marken ausgewählt sowie vier unterschiedliche Leitungswasser und diese einander gegenübergestellt:

Mineralwasser oder Leitungswasser

Welches Wasser ist nun gesünder: Leitungswasser oder Mineralwasser?

Je nach Ursprung der Leitungswasser oder Mineralwasser sind die Werte ähnlich. Wer beim Kauf von Mineralwasser auf die Gesamtmineralien achtet, kann sicherlich die Aufnahme von Mineralstoffen besser steuern. Im Gesamtblick mit unserer Nahrungsaufnahme dürfte dieser kleine Vorteil aber nicht ins Gewicht fallen. Mineralwasser stehen durchaus durch Ihre Verpackung in der Kritik: Es gibt Verdachtsmomente, dass die (Plastik-)Flaschen für Schadstoffeinträge verantwortlich sind.

Das, was die Flaschen für das Mineralwasser sind, sind jedoch die Rohrleitungen für das Leitungswasser. Eine schlechte Qualität und minderwertige Materialien und Wartung können zu Schadstoffen oder Bakterien im Wasser führen.

 

Wie blicken Medien und Behörden aufs Leitungswasser?

Die Medien bringen immer wieder Meldungen, wie „Duschverbot im Hochhaus wegen Bakterien im Wasser“, „Tote durch Legionellen“, „Wasser in öffentlichen WCs keimbelastet“, „Pseudomonas – gefährlicher Krankenhauskeim“. Diese Schlagzeilen sind, ohne die Hintergründe und Kontexte zu kennen, reine Angstmacherei. Ohne das Wissen, würden sich viele angesichts derer für Mineralwasser entscheiden, wenn es um die Frage geht: Leitungswasser oder Mineralwasser.

Doch schauen wir auf die Details: Keime sind überall, selbst im eigenen Haushalt, der hygienisch geführt wird. Sie putzen immer die Küche und nutzen sogar für die Flächen Desinfektionsmittel? Der Wasserhahn ist neu eingebaut und der Perlator (Strahlregler am Wasserhahn) wird regelmäßig gesäubert? Nun machen Sie eine Wasseranalyse auf Keime und sind erschüttert: 1200 Bakterien-Kolonien bei der Gesamtkeimzahl 36° C*. Klare Überschreitung des Grenzwertes! Wie kann das sein?

Zum einen sollte der Spüllappen nicht über den Wasserhahn gehängt werden.

Zum anderen sind Armaturen mit Schläuchen für eine bakterienfreie Umgebung meist ungeeignet.

Alles, was mit dem Wasserhahn in Berührung kommt, kann für eine Kontamination in Frage kommen. Trinken Kinder direkt vom Wasserhahn? Wird ab und an mit den Fingern vorn an den Wasserhahn gefasst und eben: Liegt ein Reinigungslappen über dem Hahn? Es ist also nicht verwunderlich, dass häufig Bakterien im Wasser nachgewiesen werden – erst recht nicht an öffentlichen Plätzen, wo täglich mehrere Hände mit dem Hahn in Berührung kommen. Dies war nur ein kleiner Ausschnitt von vielen einfachen Gründen, wie ein erhöhter Bakterienwert im Trinkwasser zustande kommen kann.

Eins sei gesagt: Die häufigsten Ursachen lassen sich schnell und einfach beseitigen.

Selbst die offiziellen Stellen (Behörden) stehen ganz hinter dem Leitungswasser

Selbst für Säuglinge ist das Trinkwasser geeignet. Doch Vorsicht! Auch die Behörden raten dazu, das Wasser ablaufen zu lassen. Drehen Sie also immer das Kaltwasser auf und lassen Sie das Wasser ablaufen bis es kalt und frisch aus dem Hahn kommt. Dies ist dann nötig, wenn Wasser über einen längeren Zeitraum (ca. 4 h) in der Leitung gestanden hat.

Diese Prozedur ist notwendig, da das gute Wasser vom Versorger auch durch Ihre Rohrleitungen und Wasserhähne muss – und dort kann es sich verschlechtern. Denken Sie an mangelnd gewartete Wasserfilter, an zu niedrige Warmwassertemperaturen oder an Leitungsverläufe, die nicht mehr mit einem Wasserhahn enden und „tot“ in der Wand liegen. Was kann passieren? Bakterien und Schwermetalle können dann das Wasser belasten. Durch den Ablauf kann man das meiste herausschwemmen Also immer morgens das Kaltwasser ablaufen lassen, bevor Sie Kaffee kochen. Sie können das Wasser ja auch auffangen und damit Ihre Blumen und Pflanzen gießen.

Fazit: Leitungswasser oder Mineralwasser?

Bei der reinen Wasserqualität gibt es für jede Seiten ein Für und Wider. Ob nun Leitungswasser oder Mineralwasser besser ist, wird also durch andere Faktoren bestimmt:

  • Trinkwasser ist günstiger als Mineralwasser.
  • Trinkwasser kommt praktisch aus dem Hahn.
  • Bei Trinkwasser kann ich keinen Einfluss auf die Inhaltsstoffe und den Geschmack nehmen – bei Mineralwasser kaufe ich einfach das Passende ein.
  • Trinkwasser wird regelmäßig kontrolliert und im eigenen Haus kann man selbst eine Wasseranalyse durchführen.
  • Mineralwasser wird seltener kontrolliert, ist aber ein Lebensmittel, das amtlich bestätigt werden muss.
  • Leitungswasser oder Mineralwasser – eine Frage der Einstellung!

 

Persönliche Notiz: Ich trinke Leitungswasser und punktuell auch mal ein Mineralwasser.

Leitungswasser besser Mineralwasser

* Die Gesamtkeimzahl wird bei zwei Bebrütungstemperaturen bestimmt (siehe Trinkwasser Test Bakterien).

Posted in Schadstoffe im Wasser


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